Ein von Nutzer*innen geliebtes Produkt oder Services zu schaffen heißt ein emotional ansprechendes Ereignis zu kreieren.

Wo ist der Unterschied zwischen User Experience und Human Experience?

Die User-Experience (UX) beschreibt die Nutzerfahrung und beschränkt sich nicht allein auf das Design, sondern umfasst den gesamten Kontaktzyklus des Nutzers mit einer Anwendung.

Eine gute User-Experience zeichnet sich dadurch aus, dass ein Produkt oder ein Service einen relevanten Nutzen stiftet, einfach und selbsterklärend in der Bedienung ist, Freude bereitet und zur erneuten Nutzung motiviert.

UX ist die Gestaltung eines Erlebnisses in der digitalen Welt. Jeder Website-Besuch ist eine Erfahrung – eine verbrachte Lebenszeit einer potenziellen Nutzerschaft. Wie ist die Bedienung? Ist die Funktion durchdacht? War es einfach? Traten Fehler auf? Spaß macht, was wirklich einfach funktioniert und Erwartungen entspricht. Dann kommen Besucher*innen auch gerne wieder.

Der Unterschied zwischen "Human Experience" (HX) und "User Experience" (UX) liegt in der Breite und Tiefe der betrachteten Erfahrungen sowie in der Perspektive auf die Interaktion zwischen Menschen und Systemen oder Produkten. Beide Konzepte sind zentral für die Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen, aber sie nähern sich dem Designprozess aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

User Experience (UX)

  • UX konzentriert sich auf die spezifischen Erfahrungen, die ein Nutzer mit einem Produkt oder Dienst hat. Es geht darum, die Benutzbarkeit, Zugänglichkeit, Effizienz und allgemeine Zufriedenheit der Nutzer im Umgang mit einer Website, einer App, einer Software oder einem anderen interaktiven System zu optimieren.
  • UX-Design berücksichtigt den gesamten Prozess der Interaktion des Nutzers mit dem Produkt, von der ersten Entdeckung über die Nutzung bis hin zum Feedback oder Support. Es befasst sich mit spezifischen Aspekten wie Benutzeroberflächendesign, Informationsarchitektur, Nutzerführung und Interaktionsdesign.
  • Der Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Funktionalität, Bedienbarkeit und des Nutzererlebnisses, um die Ziele und Bedürfnisse der Nutzer zu erfüllen.

Human Experience (HX)

  • HX nimmt eine umfassendere Perspektive ein und betrachtet die ganzheitliche Erfahrung eines Menschen mit einem Produkt, einer Marke oder einem Dienst. Es geht über die reine Interaktion mit einer digitalen Schnittstelle hinaus und bezieht emotionale, soziale, kulturelle und physische Erfahrungen mit ein.
  • HX-Design zielt darauf ab, tiefergehende menschliche Bedürfnisse und Werte zu verstehen und zu erfüllen. Es berücksichtigt den breiteren Kontext des menschlichen Lebens und wie Produkte oder Dienstleistungen in das alltägliche Leben integriert werden, um Bedeutung, Zufriedenheit und Wohlbefinden zu fördern.
  • Der Fokus liegt auf der Schaffung positiver, bedeutungsvoller und bereichernder Erfahrungen, die das Wohlergehen und die Lebensqualität der Menschen verbessern.

UX konzentriert sich demnach  auf die Optimierung der Nutzererfahrung mit einem spezifischen Produkt oder Dienst, während HX eine ganzheitliche Betrachtung der menschlichen Erfahrung anstrebt, die über die reine Nutzerinteraktion hinausgeht. HX umfasst eine breitere Palette von Faktoren, die das menschliche Erleben beeinflussen, und zielt darauf ab, das Gesamtwohl der Menschen zu fördern.

Leistungen im Bereich "Experience"

User Research

User Research, auch als Benutzerforschung oder Nutzerforschung bezeichnet, ist der systematische Prozess, in dem Informationen über die Bedürfnisse, Wünsche, Erwartungen, Verhaltensweisen und Erfahrungen der Zielgruppe oder der Nutzer eines Produkts, einer Dienstleistung oder einer Plattform gesammelt und analysiert werden. Ziel des User Research ist es, ein tiefes Verständnis für die Nutzer zu entwickeln, um Produkte und Dienstleistungen besser an ihre Anforderungen und Präferenzen anzupassen und somit eine optimale Benutzererfahrung (User Experience, UX) zu gewährleisten.

User Research kann in verschiedenen Phasen des Entwicklungsprozesses eingesetzt werden, zum Beispiel während der Ideenfindung, der Konzeption, der Entwicklung oder der Optimierung eines Produkts oder einer Dienstleistung. Es gibt eine Vielzahl von Methoden und Techniken, die im User Research angewendet werden können, unter anderem:

  1. Umfragen und Fragebögen: Diese Methode erlaubt es, quantitative und qualitative Daten von einer größeren Gruppe von Nutzern zu sammeln. Umfragen können online oder persönlich durchgeführt werden und Fragen zu den Bedürfnissen, Wünschen und Erfahrungen der Nutzer enthalten.

  2. Interviews: Bei dieser Methode werden persönliche Gespräche mit Nutzern geführt, um detaillierte Informationen über ihre Meinungen, Erfahrungen und Bedürfnisse zu sammeln. Interviews können strukturiert, halbstrukturiert oder unstrukturiert sein, je nach Forschungsfrage und Zielsetzung.

  3. Beobachtungen und Feldstudien: Hierbei werden Nutzer in ihrem natürlichen Umfeld beobachtet, um ein besseres Verständnis für ihre Verhaltensweisen, Routinen und Interaktionen mit einem Produkt oder einer Dienstleistung zu gewinnen. Beobachtungen können teilnehmend oder nicht teilnehmend sein.

  4. Usability-Tests: Bei Usability-Tests werden Nutzer gebeten, bestimmte Aufgaben mit einem Produkt oder einer Dienstleistung durchzuführen, um die Benutzerfreundlichkeit, Effizienz und Zufriedenheit zu bewerten. Dies kann in einem Labor oder in einer natürlichen Umgebung stattfinden und hilft dabei, Probleme und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.

  5. Fokusgruppen: In Fokusgruppen diskutieren mehrere Nutzer gemeinsam über ein bestimmtes Thema, Produkt oder eine Dienstleistung. Dies ermöglicht es, Meinungen, Erfahrungen und Ideen in einer interaktiven Umgebung zu sammeln und zu analysieren.

  6. Analyse von Nutzungsdaten: Die Sammlung und Analyse von Daten über das Nutzerverhalten, beispielsweise durch Web-Analytics-Tools oder App-Tracking, ermöglicht es, Muster und Trends zu erkennen und das Produkt oder die Dienstleistung entsprechend anzupassen.

User Research ist ein entscheidender Bestandteil des User Experience Design-Prozesses, da es dabei hilft, fundierte Entscheidungen zu treffen und Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln, die den tatsächlichen Bedürfnissen und Erwartungen der Nutzer entsprechen.

User Stories

User Stories sind kurze, einfache Beschreibungen aus der Perspektive eines Endbenutzers (Nutzer), die einen bestimmten Aspekt oder ein bestimmtes Feature eines Produkts oder einer Dienstleistung veranschaulichen. Sie werden häufig im Rahmen von agilen Softwareentwicklungsmethoden, wie zum Beispiel Scrum, verwendet und dienen als Anforderungen an die Entwicklungsteams.

User Stories helfen dabei, den Fokus auf die Bedürfnisse und Wünsche der Nutzer zu legen, statt sich nur auf technische Anforderungen zu konzentrieren. Sie sind in der Regel in einer einfachen und verständlichen Sprache verfasst und folgen einer bestimmten Struktur:

"Als [Rolle/Nutzer], möchte ich [Ziel/Bedürfnis], damit ich [Nutzen/Ergebnis] erreiche."

Ein Beispiel für eine User Story könnte sein:

"Als Online-Shop-Besucher möchte ich die Möglichkeit haben, meine bevorzugte Zahlungsmethode auszuwählen, damit ich den Einkauf bequem und sicher abschließen kann."

Die Hauptbestandteile einer User Story sind:

  1. Rolle/Nutzer: Die Person, die das Feature oder die Funktion nutzen wird, beispielsweise ein Kunde, ein Administrator oder ein Mitarbeiter.
  2. Ziel/Bedürfnis: Die spezifische Anforderung oder das gewünschte Ergebnis, das der Nutzer erreichen möchte.
  3. Nutzen/Ergebnis: Der Vorteil oder Wert, den das Feature oder die Funktion dem Nutzer bieten soll.

User Stories werden oft in einem sogenannten "Product Backlog" gesammelt und priorisiert, um die Entwicklung von Features und Funktionen entsprechend den Bedürfnissen und Anforderungen der Nutzer zu steuern. Im Entwicklungsprozess werden User Stories in kleinere, überschaubare Aufgaben (Tasks) zerlegt und von den Entwicklungsteams umgesetzt.

Zusätzlich zu den User Stories verwenden Entwicklungsteams häufig "Akzeptanzkriterien", um die Anforderungen und Bedingungen zu definieren, die erfüllt sein müssen, damit die User Story als erfolgreich abgeschlossen betrachtet werden kann.

User Stories sind ein effektives Werkzeug, um sicherzustellen, dass die entwickelten Produkte und Dienstleistungen die Bedürfnisse der Nutzer erfüllen und eine hohe Benutzerzufriedenheit gewährleisten.

UX-Testing

UX-Tests messen die relative Anstrengung, mit der Nutzer*innen Aufgaben auf der Webseite oder der Anwendungen ausführen können. Hierzu wird der entworfene Prototyp verschiedenen Testreihen unterzogen und durchläuft neben einigen Expertenreviews auch eine der Zielgruppe entsprechende Nutzerstudie.

Bei der Nutzerstudie erfolgen Beobachtungen und Befragungen der Nutzer*innen, während diese den Prototypen aktiv benutzen. Hieraus lassen sich aussagekräftige Rückschlüsse über die im Konzept festgehaltene und gewünschte Nutzerwirkung erzielen.

Während Wireframes oder Mockups von Websites sich auf visuelle Elemente konzentrieren, steht beim Prototyping die Interaktion und das Usability Testing im Zentrum. Die Anwendung soll auf ihre Gebrauchstauglichkeit hin überprüft werden. Das funktioniert am besten, wenn die Nutzer*innen mit in den Entwicklungsprozess einbezogen werden. So werden Fehler frühzeitig erkannt und Änderungen können mit geringen Mehraufwand integriert werden.

Werden die Nutzer*innen miteinbezogen, können zudem belastbare Daten über das Produkt und das Marktpotenzial generiert werde. Hier können auch tatsächliche Bedarfe ermittelt werden. Besonders bei Start-Ups und jungen Projekten können Tests die Entscheidungsfindung erleichtern.

Usability Evaluation

Im Anschluss werden sowohl die negativen als auch positiven Aspekte zusammengefasst. Auf dieser Grundlage lassen sich Empfehlungen zur Verbesserung des Systems in Bezug auf die User Experience entwickeln.

Usability Evaluation (auch als Usability-Prüfung oder Gebrauchstauglichkeitsbewertung bezeichnet) ist der Prozess, bei dem die Benutzerfreundlichkeit, Effektivität und Zufriedenheit eines Produkts, einer Webseite oder einer Anwendung bewertet wird. Ziel der Usability Evaluation ist es, Probleme und Schwachstellen im Design oder in der Funktionalität zu identifizieren und Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen, um eine bessere Benutzererfahrung (User Experience, UX) zu gewährleisten.

Es gibt verschiedene Methoden und Techniken, die im Rahmen einer Usability Evaluation eingesetzt werden können, und sie lassen sich in zwei Hauptkategorien einteilen: formative und summative Evaluation.

  1. Formative Evaluation (formativ): Diese Art von Usability Evaluation findet während des Entwicklungsprozesses statt und hat zum Ziel, Designprobleme frühzeitig zu erkennen und Lösungen zu entwickeln. Formative Evaluation kann durch folgende Methoden durchgeführt werden:

    • Heuristische Evaluation: Experten bewerten das Produkt anhand etablierter Usability-Prinzipien (Heuristiken) und identifizieren potenzielle Probleme.
    • Cognitive Walkthrough: Experten durchlaufen die Benutzerpfade und analysieren, ob die Anwendung logisch und intuitiv aufgebaut ist.
    • Usability-Tests: Reale Nutzer führen bestimmte Aufgaben mit dem Produkt durch, während ihre Interaktionen beobachtet und analysiert werden, um Schwachstellen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
  2. Summative Evaluation (summativ): Diese Art von Usability Evaluation erfolgt nach Abschluss der Entwicklung und hat zum Ziel, die Gesamtbenutzerfreundlichkeit und Zufriedenheit zu messen. Summative Evaluation kann durch folgende Methoden durchgeführt werden:

    • Usability-Tests: Wie bei der formativen Evaluation führen reale Nutzer bestimmte Aufgaben durch, aber der Fokus liegt auf der Messung der Gesamtbenutzerfreundlichkeit und Zufriedenheit.
    • Fragebögen und Umfragen: Nutzer geben Feedback über ihre Erfahrungen mit dem Produkt und bewerten dessen Benutzerfreundlichkeit, Effektivität und Zufriedenheit.
    • Feldstudien: Das Produkt wird in realen Nutzungssituationen und -umgebungen getestet, um die tatsächliche Benutzerfreundlichkeit und Zufriedenheit zu beurteilen.

Die Ergebnisse der Usability Evaluation fließen in die Optimierung und Weiterentwicklung des Produkts ein, um eine bessere Benutzererfahrung und höhere Benutzerzufriedenheit zu erreichen. Eine kontinuierliche Usability Evaluation ist entscheidend, um den sich ändernden Anforderungen der Nutzer gerecht zu werden und die Qualität und Benutzerfreundlichkeit eines Produkts aufrechtzuerhalten.

Leistungen

UX-Testing
User Storys
User Research
Design Prototypen
Usability-Evaluation

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