Mit dem WordPress-Plugin namens Open Data Wizard wird die Veröffentlichung offener Daten so einfach wie das Erstellen eines WordPress-Beitrags.

Das Plugin ermöglicht es Webseitenbetreibenden, ihre Datensätze direkt in WordPress zu beschreiben und als standardkonforme, maschinenlesbare Metadaten bereitzustellen – ganz ohne technische Vorkenntnisse oder Abhängigkeit von externen Plattformen.

Was leistet der Open Data Wizard?

Die Veröffentlichung offener Daten ist oft mit Hürden verbunden: Komplexe Formulare, unbekannte Fachbegriffe oder die Abhängigkeit von externen Open-Data-Plattformen machen den Prozess unnötig kompliziert. Dabei besitzen viele Organisationen bereits eine WordPress-Website – eine Infrastruktur, die sie kennen und kontrollieren.

Der Open Data Wizard integriert einen geführten Metadaten-Assistenten direkt in das WordPress-Backend. Nutzer:innen können ihre Datensätze dort beschreiben, wo sie ohnehin arbeiten. Das Plugin generiert daraus automatisch eine maschinenlesbare Beschreibung nach dem internationalen Standard DCAT-AP 3.0 und stellt diese unter einer persistenten URL bereit. Open-Data-Plattformen können diese URL als Harvest-Quelle einbinden und die Metadaten automatisch einsammeln – die Daten bleiben dabei stets in der Kontrolle der Organisation.

Was ist DCAT-AP?

DCAT-AP (Data Catalog Vocabulary – Application Profile) ist ein europäischer Standard zur Beschreibung von Datensätzen und Datenkatalogen. Er definiert, welche Angaben ein Datensatz benötigt, um von Plattformen, Suchmaschinen und Anwendungen einheitlich gelesen und verarbeitet werden zu können – etwa Titel, Beschreibung, Lizenz, Format oder Herausgeber. Der Open Data Wizard implementiert DCAT-AP 3.0 und erzeugt valide JSON-LD-Ausgaben, die direkt von kompatiblen Harvesting-Systemen wie Piveau oder CKAN verarbeitet werden können.

Für wen ist das Plugin gedacht?

Der Open Data Wizard richtet sich an alle, die offene Daten standardkonform, niedrigschwellig und ohne Programmierkenntnisse veröffentlichen möchten:

  • Vereine, NGOs und gemeinnützige Organisationen, die ihre Daten transparent und zugänglich machen wollen
  • Forschungseinrichtungen und Bildungsträger, die Daten unter offener Lizenz teilen möchten
  • Kommunen und öffentliche Einrichtungen, die bereits WordPress nutzen und ihre Daten (z. B. Statistiken, Geodaten) der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen wollen
  • Unternehmen und Einzelpersonen, die offene Daten anbieten möchten – sei es für Kooperationen, Compliance oder gesellschaftliches Engagement

Die wichtigsten Funktionen im Detail

Der Open Data Wizard wurde mit dem Ziel entwickelt, die Veröffentlichung offener Daten so intuitiv wie möglich zu gestalten. Dafür bietet das Plugin eine Reihe von Funktionen, die sowohl Anfänger:innen als auch Fortgeschrittene unterstützen.

1. Einfache Datensatzverwaltung

Im WordPress-Backend steht ein eigener Bereich für Datensätze zur Verfügung, in dem Nutzer:innen eine Übersicht über alle Datensätze erhalten, diese filtern und ihren Status (Entwurf oder veröffentlicht) verwalten können. Jeder Datensatz wird über einen geführten Wizard erstellt, der in fünf Schritten durch die wichtigsten Metadaten führt.

Der Wizard ist in fünf Tabs unterteilt, die Pflicht- und optionale Angaben abdecken:

    1. Grundlegende Informationen wie Herausgeber, Titel und Beschreibung des Datensatzes

    2. Lizenz und Sprache sowie Stichworte und Kategorien

    3. Distribution: Wo die Daten heruntergeladen werden können (mit Angabe von Zugriffs-URL, Format und Dateigröße)

    4. Erweiterte Metadaten wie Aktualisierungsfrequenz, geografische und zeitliche Abdeckung oder Kontaktinformationen

    5. Vorschau: Hier können Nutzer:innen das generierte JSON-LD live einsehen, bevor sie den Datensatz veröffentlichen.

2. Dateiverwaltung mit WordPress-Media-Upload

Datensätze können direkt mit einer Download-Datei verknüpft werden. Dafür steht eine Sidebar-Meta-Box auf dem Bearbeitungsbildschirm zur Verfügung, die den nativen WordPress-Media-Upload nutzt:

  • Einfaches Hochladen von Dateien (z. B. CSV, JSON, Excel) über den bekannten WordPress-Media-Dialog
  • Automatische Berechnung und Speicherung von Dateigröße und Format – keine manuelle Eingabe nötig
  • Vorschau der hochgeladenen Datei mit Dokumenten-Icon und Möglichkeit, diese wieder zu entfernen

3. Qualitätsindikatoren für Metadaten

Um Nutzer:innen dabei zu unterstützen, möglichst vollständige Metadaten zu erstellen, berechnet das Plugin automatisch einen Qualitäts-Score nach DCAT-AP 3.0. Dieser wird als Punktezahl (0–100) und Ampelfarbe angezeigt:

  • Grün (≥ 80 Punkte): Sehr gute Metadatenqualität
  • Gelb (50–79 Punkte): Akzeptable Qualität, aber mit Verbesserungspotenzial
  • Rot (< 50 Punkte): Unvollständige Metadaten

Der Score wird nicht nur im Backend angezeigt, sondern auch im JSON-LD als odw:qualityScore mitgeliefert, sodass Harvesting-Systeme die Qualität der Metadaten erkennen können.

4. Frontend-Integration mit Shortcode

Mit dem Shortcode [odw_dataset id="123"] können Nutzer:innen eine strukturierte Download-Card in ihren WordPress-Seiten oder -Beiträgen einbinden. Diese zeigt:

    • Titel des Datensatzes
    • Thema als Badge
    • Lizenz
    • DCAT-Qualitäts-Score
    • Dateigröße und -format
    • Download-Button

Das zugehörige CSS wird nur auf Seiten geladen, die den Shortcode enthalten, um die Performance der Website nicht unnötig zu belasten.

5. REST API für Entwickler:innen und Harvesting

Das Plugin stellt drei öffentliche REST API-Endpoints bereit, die von Open-Data-Plattformen als Harvest-Quelle genutzt werden können:

    • Katalog-Endpoint: GET /wp-json/datenatlas/v1/catalog
      Liefert eine Liste aller veröffentlichten Datensätze. Unterstützte Parameter: page, per_page, theme, license, format (jsonld oder json).

    • Datensatz-Endpoint: GET /wp-json/datenatlas/v1/datasets/
      Liefert die Metadaten eines einzelnen Datensatzes im JSON-LD-Format.

    • Delta-Endpoint: GET /wp-json/datenatlas/v1/delta?since=
      Liefert nur Datensätze, die nach einem bestimmten Zeitstempel geändert oder gelöscht wurden. Ideal für inkrementelles Harvesting, um Bandbreite und Serverlast zu reduzieren.

6. Anpassbare Einstellungen

Unter „Datensätze → Einstellungen“ können Nutzer:innen das Plugin an ihre Bedürfnisse anpassen:

  • Katalog-Titel und Herausgeber: Überschreiben der Standardwerte im DCAT-AP-Catalog-Endpoint
  • Standard-Lizenz und -Sprache: Werden bei neuen Datensätzen automatisch vorausgefüllt
  • REST API-Cache: Einstellbare Cache-Laufzeit (60–86400 Sekunden)
  • Deinstallation: Option zur vollständigen Löschung aller Plugin-Daten bei Deinstallation

Installation und Voraussetzungen

Für Anwender:innen

  1. Lade die ZIP-Datei aus den Releases auf GitHub herunter.
  2. Gehe in deinem WordPress-Backend zu Plugins → Installieren → Plugin hochladen.
  3. Lade die ZIP-Datei hoch und aktiviere das Plugin.
  4. Beginne direkt mit der Erstellung deiner ersten Datensätze im neuen Backend-Bereich „Datensätze“.

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