Datenatlas

Der Datenatlas zeigt, welche Daten in einer Organisation typischerweise anfallen und welche davon sich als offene Daten veröffentlichen ließen. Er verzeichnet 10.149 Datentypen aus acht Sektoren, jeden mit einer Einschätzung und einer Begründung. Wie die anderen Werkzeuge läuft er im Browser, ohne Konto, ohne Server.

Wofür es gedacht ist

Die Frage, was sich veröffentlichen lässt, scheitert selten am Recht. Sie scheitert daran, dass niemand den Bestand überblickt. Ein Jugendamt weiß, dass es Fallakten führt. Dass daraus aggregierte Sozialraumstatistiken werden könnten, die für Stadtplanung und Forschung nützlich wären, steht auf einem anderen Blatt.

Dazu kommt das Pauschalurteil. Weil die Rohdaten personenbezogen sind, gilt der ganze Bestand als tabu, obwohl die aggregierte Auswertung unproblematisch wäre. Der Atlas trennt diese Fälle. Von den erfassten Datentypen wären 68,1 Prozent sofort publizierbar, 28,5 Prozent nach Aufbereitung. Nur 3,4 Prozent sind so sensibel, dass allein Metadaten in Frage kommen.

Wie es benutzt wird

Sie suchen Ihren Organisationstyp und sehen, welche Daten dort typischerweise entstehen, gegliedert nach Sektor, Organisationstyp, Aktivität und Datentyp. Jeder Eintrag trägt eine von drei Öffnungsklassen, immer mit Begründung.

Ein Beispiel aus derselben Aktivität eines Ordnungsamts: Die Blitzerfoto-Datenbank ist gesperrt, weil die Rohdaten biometrische Merkmale und Kennzeichen enthalten. Bußgeldstatistiken sind sofort publizierbar, weil sie als anonymisierte Aggregate vorliegen. Der Unterschied ist der Punkt: nicht dass Verkehrsüberwachung heikel sei, sondern welcher Teil aus welchem Grund, und was stattdessen ginge.

Dazu kommen eine Kartenansicht des Bestands, eine Suche über Namen und Beschreibungen, Öffnungsquoten je Sektor und ein Leitfaden in fünf Schritten mit Lizenzempfehlung. Der Bestand lässt sich als CSV ausleiten.

Was es nicht tut

Der Atlas ist ein Musterkatalog, keine Erhebung. Er ist recherchiert und aus verschiedenen Quellen zusammengetragen, und er modelliert, was bei einem Organisationstyp anfällt. Ob Ihr Haus einen bestimmten Datensatz tatsächlich führt, bleibt vor Ort zu prüfen. Zeitangaben und Aktualisierungsrhythmen bilden Größenordnungen ab, sie sind nicht je Datentyp recherchiert.

Er ist kein Downloadportal. Er verzeichnet Datentypen, nicht Datensätze. Wer verfügbare Daten sucht, geht zu GovData, den Landesportalen oder Fachrepositorien.

Und die Öffnungsklassen sind fachliche Einschätzungen, keine rechtsverbindlichen Feststellungen. Der Einzelfall bleibt zu prüfen.

Woher es kommt

Entstanden ist der Atlas aus einer wiederkehrenden Schwierigkeit: Organisationen sollen entscheiden, welche Daten sie öffnen, und wissen nicht, was sie überhaupt haben. Ein Musterkatalog nimmt diese Entscheidung nicht ab. Er gibt ihr einen Ausgangspunkt.

Der Quelltext liegt offen auf GitHub, unter MIT-Lizenz. Die Struktur lässt sich für andere Länder oder Bereiche übernehmen.

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