Design Thinking
Design Thinking ist bei mir die Reihenfolge, in der ich arbeite: erst verstehen, dann entwerfen, dann erfahrbar machen. Die Methode taugt für Vorhaben, bei denen das spätere Ergebnis noch nicht feststeht. Steht es fest, ist sie überflüssig.
Ablauf eines Vorhabens
Am Anfang steht die Recherche. Ich erhebe Daten über die Zielgruppe oder werte aus, was bereits vorliegt. Daraus entsteht ein erster Konzeptvorschlag und daraus möglichst früh ein Prototyp, der sich bedienen lässt. Mit ihm gehe ich zu den Nutzenden, sammle Rückmeldungen und baue um. Das braucht mehrere Schleifen, nicht eine.
Danach wird der Prototyp grundlegend erneuert und mit mehr Personen getestet. Parallel prüfe ich Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit: Was sich bauen und was sich später betreiben lässt, entscheidet mit. Erst dann geht ein Vorhaben in die Umsetzung.
Ergebnis
Das häufigste Ergebnis ist etwas deutlich Einfacheres als das, womit man angefangen hat. So war es auch zuletzt in einem kommunalen Vorhaben. Wer früh mit Nutzenden spricht, streicht Funktionen, statt sie zu bauen. Der Gewinn liegt seltener in der zusätzlichen Idee als in dem, was sich als entbehrlich herausstellt.
Grenzen der Methode
Steht schon fest, wie das Ergebnis aussehen soll, ist der offene Prozess ein Umweg, und alle Beteiligten merken es.
Schwierig wird es auch, wenn die Organisation offene Prozesse nicht mitträgt. Dass die Projektleitung einverstanden ist, genügt nicht. Wo Rückmeldungen der Nutzenden nicht eingebracht werden dürfen oder nicht ernst genommen werden, entsteht ein Verfahren ohne Wirkung.
Eng wird es schließlich, wenn Termin und Umfang vorab festgezurrt sind. Die Methode lässt sich zwar takten und liefert zum Stichtag. Sie verlangt aber, dass zwischendurch etwas verworfen werden darf.
In allen drei Fällen geht es um dieselbe Voraussetzung: die Bereitschaft, mit Unsicherheit zu arbeiten und dazuzulernen. Erst mit ihr leistet die Methode etwas.